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Ü20-PV-Anlagen: Was tun, wenn die Einspeisevergütung ausläuft?

karstenweilandt
27. Juli
2 Min. Lesezeit

Nach 20 Jahren läuft für viele Pioniere der Energiewende die stattliche EEG-Einspeisevergütung aus. Statt bis zu 50 Cent pro Kilowattstunde gibt es oft nur noch einen Bruchteil des Börsenstrompreises (wenige Cent).

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist die PV-Anlage noch voll funktionstüchtig. Anstatt sie abzuschalten, gilt ab jetzt die Devise:

Eigenverbrauch maximieren statt einspeisen.



Die 4 besten Wege zur Weiternutzung der PV-Anlage


1. Umstellung auf Eigenverbrauch

  • Das Prinzip: Bisher ging der Strom zu 100 % ins Netz. Bei der Umstellung wird die Anlage technisch so eingebunden, dass du deinen eigenen Haushalt zuerst mit Solarstrom versorgst.

  • Warum es sich lohnt: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den Einkauf von teurem Netzstrom (ca. 35–40 Cent/kWh). Da der Einspeisepreis extrem niedrig ist, rechnet sich der Eigenverbrauch ab der ersten Minute.


2. Nachrüstung eines Stromspeichers (AC-Speicher)

  • Das Prinzip: Da ältere Anlagen oft Wechselrichter ohne integrierten Speicheranschluss haben, lässt sich ein sogenannter AC-gekoppelter Batteriespeicher problemlos nachrüsten.

  • Der Effekt: Der Eigenverbrauchsanteil steigt von durchschnittlich 30 % auf bis zu 70–80 %. Der Strom vom Dach steht dann auch abends und nachts zur Verfügung.


3. Sektorverkopplung: Wärmepumpe & E-Auto integrieren

  • Warmwasser mit Solarstrom: Über einen Heizstab (Power-to-Heat) oder eine Brauchwasser-Wärmepumpe verwandelt man überschüssigen PV-Strom direkt in warmes Wasser.

  • Wallbox installieren: Wer ein E-Auto fährt, nutzt eine steuerbare Wallbox für überschussgeführtes Laden. So fährt man im Sommer quasi kostenlos.


4. Dynamische Stromtarife nutzen

  • Das Prinzip: Kombiniere die Anlage mit einem variablen Stromtarif.

  • Der Nutzen: Im Winter, wenn die alte PV-Anlage wenig liefert, bezieht man Strom aus dem Netz genau dann, wenn er an der Börse spottbillig ist.


Checkliste: Die ersten Schritte für Ü20-Betreiber

1. Technischer Check: Lass die Anlage von einem Elektriker prüfen (Wechselrichter, Isolierung, Module). Läuft alles stabil, lohnt sich die Umrüstung.2. Zählerumbau beantragen: Beim Netzbetreiber eventuell
die Umstellung von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung (Zwei-Richtungs-Zähler) anfragen.3. Marktstammdatenregister aktualisieren: Den neuen Status der Anlage im Online-Portal der Bundesnetzagentur anpassen.

Fazit: Das Ende der Förderperiode ist kein Grund zur Sorge, sondern die Chance, deine Energiekosten im Haushalt drastisch zu senken!

 
 
 

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