Ü20-PV-Anlagen: Was tun, wenn die Einspeisevergütung ausläuft?
Nach 20 Jahren läuft für viele Pioniere der Energiewende die stattliche EEG-Einspeisevergütung aus. Statt bis zu 50 Cent pro Kilowattstunde gibt es oft nur noch einen Bruchteil des Börsenstrompreises (wenige Cent).
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist die PV-Anlage noch voll funktionstüchtig. Anstatt sie abzuschalten, gilt ab jetzt die Devise:
Eigenverbrauch maximieren statt einspeisen.

Die 4 besten Wege zur Weiternutzung der PV-Anlage
1. Umstellung auf Eigenverbrauch
Das Prinzip: Bisher ging der Strom zu 100 % ins Netz. Bei der Umstellung wird die Anlage technisch so eingebunden, dass du deinen eigenen Haushalt zuerst mit Solarstrom versorgst.
Warum es sich lohnt: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den Einkauf von teurem Netzstrom (ca. 35–40 Cent/kWh). Da der Einspeisepreis extrem niedrig ist, rechnet sich der Eigenverbrauch ab der ersten Minute.
2. Nachrüstung eines Stromspeichers (AC-Speicher)
Das Prinzip: Da ältere Anlagen oft Wechselrichter ohne integrierten Speicheranschluss haben, lässt sich ein sogenannter AC-gekoppelter Batteriespeicher problemlos nachrüsten.
Der Effekt: Der Eigenverbrauchsanteil steigt von durchschnittlich 30 % auf bis zu 70–80 %. Der Strom vom Dach steht dann auch abends und nachts zur Verfügung.
3. Sektorverkopplung: Wärmepumpe & E-Auto integrieren
Warmwasser mit Solarstrom: Über einen Heizstab (Power-to-Heat) oder eine Brauchwasser-Wärmepumpe verwandelt man überschüssigen PV-Strom direkt in warmes Wasser.
Wallbox installieren: Wer ein E-Auto fährt, nutzt eine steuerbare Wallbox für überschussgeführtes Laden. So fährt man im Sommer quasi kostenlos.
4. Dynamische Stromtarife nutzen
Das Prinzip: Kombiniere die Anlage mit einem variablen Stromtarif.
Der Nutzen: Im Winter, wenn die alte PV-Anlage wenig liefert, bezieht man Strom aus dem Netz genau dann, wenn er an der Börse spottbillig ist.
Checkliste: Die ersten Schritte für Ü20-Betreiber
1. Technischer Check: Lass die Anlage von einem Elektriker prüfen (Wechselrichter, Isolierung, Module). Läuft alles stabil, lohnt sich die Umrüstung.2. Zählerumbau beantragen: Beim Netzbetreiber eventuell
die Umstellung von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung (Zwei-Richtungs-Zähler) anfragen.3. Marktstammdatenregister aktualisieren: Den neuen Status der Anlage im Online-Portal der Bundesnetzagentur anpassen.
Fazit: Das Ende der Förderperiode ist kein Grund zur Sorge, sondern die Chance, deine Energiekosten im Haushalt drastisch zu senken!




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